IT  •  DE  •  EN

sacral-art
Scroll up icon

SCROLL UP

Basilica Dormitio - JERUSALEM - Mount Zion

Bildtheologische Aspekte zur Portalgestaltung

Anno 2021

Künstler: Paul Moroder

Bildtheologische Aspekte zur Portalgestaltung: Uni.-Prof Ewald Volgger OT. Professor der Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie

Architektenstudio: Architekten Mahlknecht und Comploi, St. Ulrich im Grödental

Auftragsgeber: Erzbistum Köln

Der Entwurf zur Neugestaltung des Portals der Kirche, die historischen Vorbildern folgend am Ort der
Entschlafung Mariens (dormitio) und der Erinnerung an den Ort der Pfingsterfahrung errichtet wurde, folgt
den inhaltlichen Vorschlägen der Auslobung des Wettbewerbes. Die Tür eröffnet den Raum, in dem sich
die ekklesia – die Gemeinschaft der von Gott Gerufenen – versammelt, um auf sein Wort zu hören, im
Gebet für das Heil der Welt einzutreten und die Mysterien Christi zu feiern. Dieser Ort ist ein besonderes
Bild für den aus lebendigen Steinen erbaute Tempel Gottes. In Christus wird dieser Bau
zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (vgl. Eph 2,21), der von der Zusage
lebt, dass jeder und jede in Christus gerufene Gläubige ein Tempel Gottes ist, in dem sein Geist wohnt
(vgl. 1 Kor 6,16.19).
So wie das Wort Gottes in Maria durch das Wirken des Geistes inkarniert wurde und sich ein Zelt unter
den Menschen gebaut hat, so ist der architektonische Bau ein Ort, in dem die Gläubigen eingeladen sind,
sich selbst als Wohnung Gottes bereit zu halten. Jesus sagt: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort
halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen (vgl.
Joh 14,23).
Die Mönchsgemeinde weiß sich durch die Tauf- und Mönchsweihe gerufen, dieser Zusage Gottes
eine konkrete Gestalt zu geben. Sie gibt durch Christus, mit ihm und in ihm dem Wirken des Heiligen
Geistes Raum, um vor Gott und den Menschen (2 Kor 8,21) in allem auf das Gute bedacht zu sein
auf dem Weg in die endgültige Heimat. Dormitio – Entschlafung ist das Ereignis des Übergangs,
durch das Christus seiner Mutter eine Wohnung bereitet hat im ewigen Leben (vgl. Vesper-Antiphon
Mariä Aufnahme in den Himmel).
Maria wird besungen als die „Pforte für den Königssohn, des neuen Lichtes helles Tor, in dir grüßt
jauchzend alle Welt das Leben, das du ihr geschenkt.“ (Hymnus Mariä Aufnahme). Kirche und Kloster
am Wohnort Mariens erinnern an das Wirken Gottes in ihr und nun in der Mönchsgemeinde – nun
selbst „Pforte für den Königssohn“.

PAINTING ATELIER
WEB2NET Computer & Internet Solutions